Wir haben Myanmar vom 21. Februar 2010 bis zum 5. März 2010 eine Gruppenreise "Burma entdecken" besucht. Die Buchung erfolgte über Globetrotter bei Kuoni. Die Gruppe bestand aus 6 Schweizern und 15 Deutschen. Die Deutschen hatten mehrheitlich bei TUI gebucht und bezahlten für die Reise mit Flug kaum mehr als wir nur für die Reise. Da muss sich Kuoni nicht wundern, wenn die Kunden abwandern.
Myanmar hiess früher Burma und noch heute weigern sich viele Regierungen die neue Bezeichnung zu verwenden, eigentlich lächerlich.
Myanmar heisst auch
Goldenes Land, weil viele der Pagoden reich vergoldet sind. Eine andere Bezeichnung ist
Land der Pagoden. Es gibt allein in Bagan über 5'000 Pagoden. Eigentlich wäre Myanmar ein sehr reiches Land. Es gibt Gold, Edelsteine, Holz im Überfluss. Aber der Reichtum wandert in die Taschen der Militärregierung. Ein Prozent der Bevölkerung ist dadurch sehr reich und 99% bleiben sehr arm. Ein Lehrer verdient etwa 100 Euro im Monat.
Die
Einreise verlief problemlos. Da sind die Reiseunterlagen von Kuoni fehlerhaft. Es wird behauptet, dass man das Mobiltelefon bei der Einreise abgeben muss und erst bei der Ausreise wieder bekommt. Das war vielleicht vor ein paar Jahren so.
Die
Reiseleiterin Thida begleitete uns auf der ganzen 13 tägigen Rundreise. Sie sprach zwar gut Deutsch aber die Aussprache führte manchmal zu kleinen Misverständnissen.
Nicht nur an den vielen Pagoden sieht man, dass Myanmar ein budhistisches Land ist. Überall begegnet man den Mönchen. Es gibt eine Mönchspflicht, d.h. jeder Mann muss einmal in seinem Leben in einem Kloster leben. Das kann nur wenige Tage sein, oder auch länger. Es gibt etwa 500'000 Mönche. Der
Budhismus scheint in Myanmar viel strenger zu sein als in Thailand.
Nach der Unabhängigkeit 1948 versuchte die Militäregierung die kolonialen Spuren zu verwischen, z.B. durch Umstellung vom Linksverkehr auf
Rechtsverkehr. Aber die meisten Autos sind noch heute rechts gesteuert. Insbesondere die Reisebusse, wo neben dem Fahrer noch ein Codriver mitfährt. Er informiert den Fahrer über den Gegenverkehr und sichert die Gäste beim Ein- und Aussteigen.
Die
Währung ist der Kyat. Durch die Inflation ist er fast nichts mehr wert. Man kann fast überall mit Dollar bezahlen, in den Hotels sind die Preise nur in Dollar angeschrieben. Für einen Dollar gibt es 1'000 Kyat. Einige Reiseteilnehmer hatten eine eigene Tasche für das einheimische Geld. Die Preise sind tief und man kann handeln. Ein Baumwollhemd kostet z.B. 3'000 Kyat.
Es gibt zwar genügend Wasserkraft zur Stromerzeugung. Trotzdem gibt es nur ein paar Stunden
Strom pro Tag. Der Grund ist, dass Myanmar seinen Strom nach China und Thailand verkauft.
Zensur: Die Militärregierung kontrolliert alles. Unsere Reiseleiterin durfte nicht alles sagen und obwohl es in jedem Hotel Satellitenfernsehen gibt. Waren die ausländischen Kanäle oft gesperrt. Internet gibt es in den Hotels, aber meine Yahoo-Adresse war z.B. gesperrt.
Die
Leute sind überall sehr freundlich. Wenn man um Erlaubnis bittet, darf man sie auch fotografieren. In den Hotels sprechen sie englisch.
Kinderarbeit ist eigentlich verboten, aber auf dem Land müssen die Kinder "helfen". Es gibt zwar eine minimale Schulpflicht, aber die gilt nur in den grossen Städten. Die vielen Souvernirhändler rund um die Pagoden sind meistens Kinder. In Bagan sagte ein kleines Mädchen immer wieder in perfektem Deutsch: "Kaufen Sie meine Karten, sie sind die schönsten in Bagan." Aber sonst sprach das Mädchen kein Wort Deutsch.
Der
Verkehr ist in den Städten ziemlich dicht. Die meisten Autos sind Sammeltaxis. Man sieht viele Fahrräder. Es erinnert an
Hanoi in den 90-ern. Es gibt auch komische Vorschriften, so hat die Militärregierung in Yangon die Motorbikes verboten. Die Strassen sind befahrbar aber in schlechtem Zustand. Meist gibt es einen asphaltierten Mittelstreifen und daneben links und rechts eine Sandspur. Beim Überholen oder beim Kreuzen müssen dann beide Fahrzeuge auf die Sandspur ausweichen.
Unsere Reise kann man in 4 Etapen aufteilen:
Yangon,
Bagan,
Mandalay,
Inlelake. Jedesmal gab es einige Übernachtungen im gleichen Hotel und Ausflüge in die Umgebung. Die längeren Strecken wurden per Flugzeug zurückgelegt, aber es gab auch 5 stündige Busfahrten.
Fazit: Myanmar ist eine Reise wert aber es gibt günstigere Anbieter als Kuoni.